Biologische Bedeutung

Der Landesnaturschutzverband Baden-Württemberg (LNV) hat die Bebaung von Haselwald/Spitzmatten entschieden abgelehnt.

 

 

Die landeseigene Fläche Haselwald/Spitzmatten wurde von 1988-90 aus der Bewirtschaftung herausgenommen und in naturnahe Wiesen umgewandelt. Als Ersatz für anderweitige Beanspruchung der Natur wurden diese Flächen renaturiert und als Bauausgleichsfläche ausgewiesen.

 

 

Im Zuge der umfassenden Umgestaltung für damals über 600 000 DM wurde der Brettenbach wieder urwüchsiger gemacht, mit Lehmhängen für den Eisvogel versehen und das Flussbett mit Felsen verjüngt damit es mit unterschiedlichen Fließgeschwindigkeiten eine Lebensgrundlage für Fische und andere Tiere bietet. Gleichzeitig wurde die blumenreiche Mähwiese angelegt um die verschiedenen Biotope sinnvoll miteinander zu vernetzen. Denn erst durch diese Verknüpfung wird ein vielfältiges Leben von Pflanzen, Fischen, Insekten, Schmetterlingen, Amphibien und Vögeln insbesondere der Wasseramseln und Eisvögeln möglich. Auch wenn der Brettenbach bei einer Bebauung erhalten bliebe – seine Artenvielfalt bliebe es nicht.

 

 

Der Landschaftsplan von 1996/97  hat die herausragende Bedeutung für Wasserschutz, Biotopschutz und die Naherholung vermerkt. Damals war auch schon das klimatische Gutachten bekannt, wonach die Fläche wichtig für die Frischluftversorgung von Emmendingen ist – und das obwohl der Klimawandel vor 20 Jahren noch nicht in seiner ganzen Tragweite sichtbar war.

 

 

Als Wasserschutzzone ist das Gebiet ausgewiesen, da es über einem großen Grundwasserkörper liegt und einen wichtigen Beitrag zur Grundwasserneubildung beiträgt.

 

 

Auf dem Gelände befindet sich außerdem noch eine Eschensamenplantage forstlichen Versuchs- und Forschungsanstalt. Im Februar mussten 100 der 220 Bäume gefällt werden, da die Esche massiv von einem Pilz befallen wird. Die Chance stehen gut, dass die restlichen Pflanzen Resistenzen gegen den Pilz ausgebildet haben - was sie für die Forschungsanstalt sehr wertvoll macht.

 

Durch die Nutzung als Mähwiese in Kombination mit Gebüschgruppen sind in den letzten Jahrzehnten artenreiche Lebensräume entstanden. Diese dürfen jetzt nicht einfach innerhalb kürzester Zeit – Baubeginn März 2017? – geopfert werden.

 

Der Landesnaturschutzverband Baden-Württemberg (LNV) hat aus diesen Gründen eine Bebauung deutlich abgelehnt und darauf verwiesen, dass in der Region ausreichend andere Flächen zur Verfügung stehen.

Denn diese Wiesen sind zudem auch eine vielgenutzte Möglichkeit der Naherholung im Umfeld der Stadt, die so nirgends mehr gegeben ist und bei einer Bebauung unwiderruflich verloren gehen. 

 

Artikel in der Badischen Zeitung:

17.03.2016: Wertvolles Biotop nicht für Bauland opfern

18.02.2016: Kranke Eschen mssen weichen

06.03.2016: Bürgerinitiative gegen neuen Stadtteil Haselwald-Spitzmatten

 

Kommentar schreiben

Kommentare: 0